Angéla Thiesz

Angéla Thiesz

Angéla Thiesz ist 1969 in Sopron in Ungarn geboren. Sie studierte von 1989 bis 1994 Kunstwissenschaften und Literatur an der Universität von Pécs. 2004 gründete sie die Retextil Stiftung. Thiesz ist Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Malom“. Sie lebt und arbeitet in Pécs.

Standort: Liebesinsel, Lübben

 

Angéla Thiesz begleitet die aquamediale® seit 2012. Sie realisierte seither in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendfreizeitstätte „die insel“ in Lübben zwei Kunstworkshops, welche die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen am künstlerischen Produktionsprozess als einem Instrument der kulturellen Bildung zum Ziel hatten. Während dieser engen und intensiven Arbeit, konnte sich Thiesz eingehend mit den Besonderheiten und der jüngeren Geschichte der Spreewaldstadt Lübben auseinandersetzen, die nicht selten Besucher aufmerken lassen.

 

Eines dieser Merkwürdigkeiten bildet die Verortung eines Pavillons auf einer Insel, umgeben von Wasser, an der eine Brücke vorbeiführt, jedoch selbige nicht bedient.

 

Vor einigen Jahren führte noch eine Holzbrücke über das Fließ auf die Insel, über die der Pavillon zu erreichen war. Der Pavillon war ein allseits beliebter Ort, an welchem sich Liebespaare zum Stelldichein trafen, die der Insel ihren Namen verliehen. Jene, welche diesen Ort heute aufsuchen möchten, müssen sich eines Hilfsmittels bedienen, dem Boot. Ein Steg ist nicht vorhanden.

 

Thiesz greift in ihre Arbeit „Liebesinsel“ diesen Umstand auf und realisiert eine Brücke am Ufer der Liebesinsel. Sie schlägt eine Konstruktion aus weißen Bindfäden über das Fließ, um diese Verbindung bei der Bevölkerung erneut in Erinnerung zu rufen.

 

Aus der Ferne nimmt man lediglich eine unbestimmte Fläche wahr, die von jeweils zwei gekreuzten Stäben auf jeder Uferseite flankiert wird. Das Bild generiert sich für die Augen des Betrachters vor Ort. Die Konstruktion selbst realisiert sich jedoch erst unmittelbar am Ufer. Auf der Wasseroberfläche identifiziert man das verschwommene Spiegelbild der Konstruktion als eine Brücke. Die Konstruktion ist zu filigran als das sie physisch begehbar wäre, dennoch findet eine Interaktion statt. Man wandelt am Ufer in Gedanken über die Fäden auf die Liebesinsel.

application/pdf Vita: CV_ThieszAngela.pdf (32,6 kB)
application/pdf Weitere Informationen zur Künstlerin (56,3 kB)