Bence Knyihár

Bence Knyihár

Bence Knyihár ist 1985 in Pécs in Ungarn geboren. Er studierte von 2006 bis 2012 Malerei an der Fakultät der Bildenden Künste in Pécs. Knyihár Bence lebt und arbeitet in Budapest.



Standorte: 1. Kinderspielplatz, Schlossinsel, Lübben 2. Alt-Zauche 3. Kreuzung Wotschofskaweg, Bürgerfließ, Lübbenau

 

Bence Knyihár installiert zur aquamediale X – Wetterwechsel eine übergroße interaktive Wiege in dreifacher Ausfertigung. Alle drei Objekte verfügen über eine nutzbare Liegefläche. Sie sind aus Vollholz gefertigt. Die Eigenschaft dieser Wiege ist, dass man sie von außen schaukeln und sie auch durch die Eigenbewegung des Nutzers bewegt werden kann. Die Bewegung führt zur Beruhigung des Liegenden. Knyihárs Wiegen orientieren sich in Form, Aufbau und Ausführung an den genuin bäuerlichen Wiegen Südosteuropas. In den traditionsreichen Regionen Ungarns sind die ansonsten aus der Mode geratenen Wiegen bis heute in Gebrauch.

 

„Die ersten Wiegen lassen sich bereits in der Antike nachweisen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte eine Kontroverse über die Vor- und Nachteile des Schaukelns von Kleinkindern ein.“ Mit dem Aufkommen des Kinderwagens gegen Mitte des 19. Jahrhunderts verschwand die Wiege zunächst bis zur Jahrhundertwende aus den Zimmern des Bürgertums und allmählich auch aus den Stuben der Landbevölkerung. Lediglich in einigen wenigen europäischen Regionen, in denen altertümliche Traditionen gelebt werden, haben sich die Wiegen bis zum heutigen Tag in den Kinderzimmern halten können.

 

Knyihár überzeichnet seine Wiegen bewusst. Das Anliegen des Künstlers ist es Denkanstöße zu liefern, das eigene Verhalten zu reflektieren und sich seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu erinnern. Der unterschiedlichen Verortung innerhalb des Ausstellungsareals liegt der Versuch zu Grunde, zu ermitteln, welchen Einfluss das Umfeld auf die Beurteilung des Objektes hat. Der erste Aufstellungsort befindet sich in Lübben (Spreewald) auf der Schlossinsel in unmittelbarer Nachbarschaft des Kinderspielplatzes. Für die Aufstellung der zweiten Wiege entschied sich Knyihár für den Ortskern von Alt-Zauche und die Installation der dritten Wiege erfolgte direkt an der Kreuzung den Wotschofskaweges mit der Einmündung des Bürgerfließes in die Hauptspree in der Spreewaldstadt Lübbenau. Alle drei Orte werden während des Ausstellungszeitraums stark frequentiert. Während in Lübben die Arbeit allerdings voraussichtlich  überwiegend die Aufmerksamkeit von jungen Familien mit Kindern erwecken wird, sind es in Alt-Zauche die Ortsbewohner und Fahrradwanderer und in Lübbenau die Wasserwanderer, Kahnfahrgäste und Spaziergänger.