Christan Gracza verlässt die aquamediale® – für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Landschaftsraum des Spreewaldes

Christian Gracza verlässt die aquamediale® zum 1. Oktober 2014. Drei Jahre lang war er Kurator der aquamediale und Leiter des Rahmenprogramms. Der Landkreis Dahme-Spreewald und der Vorstand des Fördervereins aquamediale e.V. dankt Christian Gracza für seine überaus engagierte und erfolgreiche Arbeit. Unter der Ägide von Christian Gracza waren nicht nur drei außerordentliche Ausstellungen zu sehen, sondern er hat auch die Umstrukturierung und die internationale Ausrichtung der aquamediale® maßgeblich vorangetrieben. Mit seinen visionären Ideen hat er das Projekt gut in der Stadt Lübben, im Landkreis Dahme-Spreewald und weit darüber hinaus in der Kunstszene positioniert.

Unter seiner Leitung nahm die aquamediale® erstmals an einem europäischen Förderprogramm teil, um über den Zeitraum von zwei Jahren gemeinsam mit internationalen Partnern ortspezifische Vermittlungsmethoden zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum zu diskutieren und zu entwickeln. Seine kuratorische Arbeit zeichnete sich durch generationenübergreifende experimentelle wie interdisziplinäre Ansätze aus, welche die Bandbreite künstlerischer Produktionen zeigten und zugleich aktuelle gesellschaftliche Themen verhandelten.

2014 hat Gracza gemeinsam mit seinem Team zum 10jährige Bestehen der aquamediale® mit der ersten dauerhaften Intervention dem Wandgemälde „Nico in Lübben“ des Leipziger Malers Robin Zöffzig und der ersten eigenständigen Auftragsproduktion im Geiste der aquamediale®, der Oper „ElementAria“ in vier Akten, Maßstäbe gesetzt.

Die Grundlagen für die Entwicklung der aquamediale® über die Kreisgrenze des Landkreises Dahme-Spreewald hinaus, setzte Christian Gracza mit der „aquamediale IX – Weites Land“. 2013 entwickelte er die aquamediale® und ihr Begleitprogramm im Rahmen des „Ludwig Leichhardt-Jahres“ zum 200 Jährigen Geburtsjahr des in Australien verschollenen deutschen Naturforschers über Lübben hinaus in die Region, um die aquamediale® im Spreewald zu verorten. Das verbindende Moment zwischen der aquamediale® und des „Ludwig Leichhardt-Jahres“ bildeten 200 lebensgroße dreidimensionale Strohkängurus, ausgeführt unter der Leitung des kroatischen Künstlers Nicola Faller, die während der Ausstellungsdauer das Areal bevölkerten und die öffentliche Aufmerksamkeit wesentlich steigerten.

Im selben Jahr implementierte Christian Gracza die interaktive Soziale Plastik „Trikick“ des italienischen Künstlers Sandro Porcu in das Konzept des Rahmenprogramms, um über dieses Dreifeldfussballspiel der Öffentlichkeit im ländlichen Raum einen spielerischen Zugang zur zeitgenössischen Kunst zu ermöglichen. Darüber hinaus initiierte er 2013 als Nachfolgeprojekt des Stipendienprogramms, das A.I.R. Programm der aquamediale®. Seither waren zwei internationale Künstler Teil des Programms: Laurent Golon (2013) und Júlia Zorkovská (2014).

Auch ein in der Region vielbeachtetes Kinder- und Jugendprogramm hat er aufgebaut. So beförderte Christian Gracza von 2012 an in enger Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung „die insel“ in Lübben unter der Leitung der ungarischen Künstlerin Angéla Thiesz die Teilhabe von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen am Erschaffungsprozess künstlerischer temporärer Interventionen der aquamediale®.

Thomas Worms, Vorsitzender des Fördervereins aquamediale e.V., wird die aquamediale® kommissarisch leiten, bis die Nachfolge geklärt ist.