Franziska Möbius

Franziska Möbius

Franziska Möbius ist 1966 in Eisenach geboren. Sie studierte an der Burg Giebichenstein in Halle/a.S. bei Prof. Ulrich Reimkasten Malerei und Textil. Sie lebt und arbeitet in Leipzig.



Standort: Kreisverkehr B87/B115, Lübben, Ernst-von-Houwald-Damm

 

Franziska Möbius ist die diesjährige Kunstpreisträgerin der aquamediale X  – Wetterwechsel. Sie bespielt erstmalig in der Geschichte der aquamediale den Kreisel des Kreisverkehrs an der Schnittstelle der Landstraßen 87 und 115 in Lübben in unmittelbarer Nähe zur Spree. Möbius setzte sich in der Jurysitzung am 22. April mit ihrem Konzept „Schwebende Schale“ gegenüber ihren Mitbewerbern durch.

 

Sie realisiert auf dem Kreisel eine aus Bruchstücken bestehende Schale, die auf Stäben ruht.  Auf langen, dünnen Glasfaserstäben stecken unterschiedlich geformte Bruchstücke, die in ihrer Summe und Anordnung die Form einer zwei Meter großen, gewölbten Schale ergeben. Die Stäbe schwanken leicht je nach Windlage. Die Formen verwirren und entwirren sich. Auf diese Weise verschwimmt, die doch so robust erscheinende Schale als Ganzes und wird Teil einer Unwirklichkeit. Es ist ein Spiel mit Illusionen, mit virtuellen und realen Welten, mit Struktur und Chaos.

 

Die Installation thematisiert das Materielle und das Immaterielle, die Fragilität vermeintlicher Stabilität. Sie spielt mit unserem Erstaunen vor schierer Größe, unserem Respekt gegenüber gesetzter Monumentalität. Zugleich ist diese Installation eine Hommage an vergangene Gartenkunst, an deren bewusst gesetzte, in die Umgebung integrierte Skulpturen und Architekturelemente. Das Werk schlägt damit einen thematischen Bogen von der urbanen Selbstsicherheit zur strukturellen Ungewissheit. Nichts ist vergänglicher, als Menschenwerk.

 

Die Schale ist nur noch Illusion. Ihre ursprüngliche Funktion, Wasser aufzufangen und zu speichern, ist verloren gegangen. In der Mitte des Kreisels wird sie umkreist von den Statussymbolen der Moderne. Gefangene Beute.