Grzegorz Łoznikow

Grzegorz Łoznikow

Grzegorz Łoznikow ist 1987 in Jelenia Góra geboren. Von 2003 bis 2012 studierte er an der Hochschule für Kunsthandwerk in Jelenia Góra und an der Hochschule der Schönen Künste mit der Spezialisierung auf Bildhauerei in Wrocław. Er lebt und arbeitet in Wrocław.

Standort: Zwischen der Spree und dem Damm in der SpreeLagune in Lübben (Spreewald).

 

Grzegorz Łoznikows Installation „Flut“ besteht aus ca. 100 Sandsäcken, die in einem Quadrat aufgeschichtet sind. Das Quadrat schließt das Wasser ein. Der Standort befindet sich unmittelbar an der Spree auf dem Areal der Spreewaldlagune in Lübben. Die Arbeit „Flut“ verweist in einer minimalistischen Art auf den Umgang des Menschen mit der Natur. Łoznikow thematisiert mit seinem provokanten Werk weniger die Auswirkungen des Hochwassers sondern vielmehr möchte er die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Ursachen lenken, die vielfach für die Überschwemmungen verantwortlich sind.

 

Zum einen verweist er auf die Vernichtung der Auenlandschaften, der natürlichen Überflutungsflächen, die das Wasser speichern und in trockenen Zeiten wieder an den Fluss abgeben können. Allein in Deutschland gingen in den letzten Jahrzehnten ca. 80% dieser natürlichen Überflutungsgebiete verloren. Zum anderen möchte er auf die Versiegelung der Landschaft durch den Menschen aufmerksam machen. Täglich verschwinden in Deutschland 100 Hektar freie unbebaute Flächen. Dies führt unweigerlich zur Beschleunigung des Abflusswassers. Der Regen gelangt nicht über das Grundwasser sondern direkt über die Kanalisation in die Flüsse. Darüber hinaus trennen Deiche und Dämme die noch vorhandenen Überschwemmungsgebiete vom Fluss. Begradigungen und Staustufen beschleunigen in der Regel die Flüsse. Selbst die wenigen vielerorts noch naturnah fließenden Gewässer, wie z.B. die Elbe sind oftmals durch Stauwehre und Talsperren verbaut. Die Fließgeschwindigkeit nimmt im Hochwasserfall extrem zu. Im Rhein etwa rauscht heute eine Hochwasserwelle in 30 Stunden von Basel nach Karlsruhe – 1955 benötigte sie hierfür noch 65 Stunden.

 

Allein eine intensive Auseinandersetzung mit den Ursachen, ein Umdenken in der Gesellschaft und nicht zu Letzt die Rücknahme dieser Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte auch im privaten Sektor ist ein wirksames Mittel gegen das Hochwasser.

application/pdf Vita: CV_LoznikowGrzegorz.pdf (40,1 kB)