Igor Sacharow-Ross

Igor Sacharow-Ross

Igor Sacharow-Ross wurde 1947 in Chabarowsk/Ostsibirien, dem Verbannungsort seiner Eltern geboren. Er studierte an der Universität Chabarowsk, arbeitete dort nach seinem Diplom als Dozent und ging ohne Erlaubnis der Behörden 1971 nach Leningrad/St. Petersburg. Bald gehörte er zur nonkonformistischen Kunstszene und veranstaltete die ersten Happenings und Performances im Land überhaupt. Seine Arbeiten, damals auch schon Klangkörperobjekte, waren auf den wenigen möglichen, von ihm mitinitiierten Ausstellungen nichtoffizieller Kunst zu sehen. Sie erregten Aufmerksamkeit am Institut of Contemporary Art in London, im Arts Club of Washington, der Biennale in Venedig und im National Museum of Art in Tokio. 1978 wurde Sacharow-Ross aus der UdSSR ausgebürgert. Seine Projekte der 80er Jahre, die zwischen Kunst und Wissenschaft vermitteln, sind Forschungsprojekte, die sich in Rauminstallationen konkretisieren. Seit den 90er Jahren haben sich seine Projekte sowohl räumlich als auch inhaltlich immer weiter ausgedehnt. Vor dem Hintergrund des Syntopie-Gedankens entwickelt er künstlerische Ausdruckformen für eine medienübergreifende Kommunikation an der Schnittstelle von ästhetischen und alltäglichem Denken und Handeln.

Standorte: Roseninsel Muschick Lübben, (Nr. 9 im Kunstkompass)

 

Der russisch-deutsche Künstler thematisiert das allseits gegenwärtige und gleichzeitig verdrängte Thema der Überwachung in Form von Abhören und Ausspähen durch die Spionagedienste. In Form eines monumentalen Schildes am Wasser will er die Absurdität und die Realität von Überwachung, Big Data, Vorratsdatenspeicherung und letztlich die Kontrollgesellschaft visualisieren - eine Irritation und eine subtile Provokation mitten in der touristischen idyllischen Spreewaldnatur. In Verbindung mit einer fortlaufenden Wassertropfen-Klanginstallation soll dieses Werk seine überraschende Wirkung (Metamorphose) entfalten und an die Camus'sche Absurdität anknüpfen.