József Szolnoki

József Szolnoki

József Szolnoki ist 1971 in Devecser (Ungarn) geboren. Er studierte u.a. an der Kunsthochschule für Medien Film und Fernsehregie in Köln. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Pécs im Fachbereich Medienkunst an der Fakultät für Bildende Kunst und Musik. Er lebt und arbeitet in Ècs (Ungarn).



Standort: Auf der Roseninsel zwischen dem Strandcafé und der Liebesinsel in 15907 Lübben. Begehbar ist die Arbeit über die Lindenstraße 9. Anmeldung hierzu in der Zoohandlung Muschick. Die Arbeit befindet sich auf privaten Grund.


József Szolnoki widmet sich mit seinem Werk „Trockentoilette“ einem global immer stärker in den Fokus tretenden Problems, der Knappheit an Trinkwasser. In einer Zeit, in welcher Trinkwasservorkommen privatisiert, die Weltbevölkerung stetig zunimmt und die Rohstoffe ohne Rücksicht auf zukünftige Generationen ausgebeutet werden, zeigt sich die Notwendigkeit ein gesamtgesellschaftliches ökologisches Bewusstsein nachhaltig zu entwickeln. Um auf diesen Themenkreis aufmerksam zu machen, bedient sich Szolnoki eines alltäglichen Bedürfnisses, dass er mit einer selbstkonstruierten hölzernen „Trockentoilette“ verbildlicht. Nach dem Öffnen der Tür ertönt im Innern der Komposttoilette das Ökomanifest von Friedensreich Hundertwassers „Scheißkultur - die heilige Scheiße“ aus dem Jahre 1979. Das Ökomanifest ist von Manfred Roters eingesprochen und hat eine Gesamtlaufzeit von 7:30 Minuten. Hundertwasser behandelt hier einen der unangenehmsten Bereiche der menschlichen Existenz. Leben bedeutet Nahrungsaufnahme, Aufnahme bedeutet Verarbeitung, Verarbeitung bedeutet Ausscheidung. Dennoch scheint der letzte Teil dieses biologischen Vorganges, in den vergangenen Jahrhunderten, zu einem gesellschaftlichen Tabuthema geworden zu sein. Hundertwasser wollte die Menschheit dazu veranlassen, die gesellschaftliche Konvention des Schamgefühls, welche sie mit dem Abort und Exkrementen verbinden, neu zu überdenken.  Für Szolnoki steht die Errichtung der Humustoilette für die Rückkehr zu Natürlichkeit der menschlichen Existenz. Gleichzeitig symbolisiert das Objekt, die individuelle Möglichkeit eines jeden Einzelnen den gesamtgesellschaftlichen Problemen entgegenzuwirken.  Am Ende der Ausstellung plant Szolnoki die „Trockentoilette“ in seine Heimat zu überführen und in seinem Garten in Betrieb zu nehmen.

application/pdf Vita: CV_SzolnokiJozsef.pdf (86,6 kB)