Robin Zöffzig

Robin Zöffzig

Robin Zöffzig ist in Magdeburg geboren. Er studierte an der Burg Giebichenstein in Halle/a.S. bei Prof. Ute Pleuger Malerei und ist seit 2012 Meisterschüler bei Prof. Rainer Schade. Er lebt und arbeitet in Leipzig.



Standort: Ehemaliges Warmbad am Kreisverkehr B87/B115, Ernst-von-Houwald-Damm, Lübben.

 

Seit der Auftaktveranstaltung im Jahre 2005 besteht seitens der Bevölkerung der Wunsch nach einer dauerhaften Kunstintervention im Rahmen der aquamediale®. Zum zehnjährigen Jubiläum wird im Juni 2014 von Robin Zöffzig das figurative mehrfarbige Wandgemälde „Nico in Lübben“ an der Westfassade des ehemaligen Warmbades am neugebauten Kreisverkehr in Lübben (Spreewald) umgesetzt. Die feierliche Enthüllung des Wandgemäldes findet am 12. Juli 2014  um 14.00 Uhr zur Midissage der aquamediale X – Wetterwechsel statt. Die durch die Eigentümerin des Hauses und durch die Privatwirtschaft geförderte dauerhafte Intervention geht nach der Enthüllung in den Besitz der Bürgerschaft der Spreewaldstadt Lübben über.

 

Die aquamediale® versteht sich als ein internationales Projekt in der Region für die Region. Das Bild sollte nicht die, sondern eine ganz persönliche Bestandsaufnahme oder vielmehr ein individueller Blick auf die Region sein. Aus diesem Selbstverständnis heraus, sollte sich Robin Zöffzig auch auf die Region und nicht allein auf Lübben konzentrieren.

 

Inspirieren ließ sich Zöffzig nach eingehender Recherche u.a. von Christa Päffgen, welche in jungen Jahren einige Zeit im Spreewald verbracht hat und ab den 60er Jahren unter ihrem Künstlernamen "Nico" und ihrer Band "The Velvet Underground" über Andy Warhol, einem der bekanntesten Vertreter der Pop Art, mit der internationalen Kunstszene mehr als nur in Berührung gekommen ist. Sie bildet die zentrale Figur. Sie steigt aus den Fluten als Hüterin des Vergangenen. Die Verbindung zu dieser Vergangenheit bildet das "UWKO", das Unterwasser Kunstobjekt des britischen Künstlers Jim Whiting, welches im vergangenen Jahr im Rahmen der aquamediale 9 am Schwielochsee im Amt Lieberose/Oberspreewald ausgestellt wurde. Im Hintergrund stakt ein Paar durch die Landschaft. Eine sitzende weibliche Figur, offensichtlich stark gelangweilt, die sich ihren Phantasien hingibt mit dem Rücken zu Ihrem Partner und ohne einen Blick auf die sie umgebende Landschaft zu verschwenden. Über der gesamten Szenerie erblickt der Betrachter einen in Rauch gehüllten Jagdbomber, der die vielen kriegerischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts stilisiert.

 

„Zöffzig geht es meist um die ironische Durchleuchtung gesellschaftspolitischer Missstände, oder affirmativ die Schönheit der weiblichen Körper zu zeigen und zu verehren. Eine eigene Handschrift im Gepäck und eine Respektlosigkeit gegenüber großen Formaten aus Sprayer-Tagen, die ihm auch ein Gespür für raffinierte Effekte lehrten, verleihen ihm das Rüstzeug, spielerisch mit der Kunstgeschichte umgehen zu können.

 

Zöffzig liebt die Umcodierung bereits erschaffener Werke und schafft formal wie inhaltlich aus alten Vorlagen stets ein zeitgenössisches Bild. (…) Dagegen ist ihm glücklicherweise ein vermeintlich antiquiertes Künstlerselbstverständnis inhärent, nämlich das, als Künstler ein Spiegel der Gesellschaft zu sein.“ Das erste Drittel des Wandgemäldes wird unter der Anleitung Zöffzigs und seiner Assistenten, wie zum Beispiel dem Lübbener Franz Rentsch, von Jugendlichen und jungen Erwachsenen der regionalen Sprayer-Szene ausgestaltet werden. Dies erfolgt je nach Projektverlauf im letzten Drittel der Produktionsphase.

 

application/pdf Vita: CV_ZoeffzigRobin.pdf (33,8 kB)