Tamás Komoróczky

Tamás Komoróczky

Tamás Komoróczky ist 1963 in Békéscsaba (Ungarn) geboren. Er studierte von 1986 bis 1992 an der Akademie der Schönen Künste in Budapest. Komoróczky lebt und arbeitet in Budapest.

Standort: Alte Brennerei, Am Landgut in 15913 Märkische Heide/OT Pretschen.

 

Wir leben im Informations- und Medienzeitalter. Ist dies ein Segen oder doch eher ein Fluch? Immer mehr Botschaften strömen in einer athemberaubenden Geschwindigkeit auf den Menschen ein. Eine selbstbestimmte Selektion dieser Informationsflut ist kaum möglich. Insbesondere ältere Menschen beklagen zunehmend die Informations- und Medienschwämme. In Großstädten ist auf Grund der Omnipräsenz der Medien ein Rückzug überhaupt nicht mehr möglich. Tamás Komoróczky setzt sich mit seinem Werk „Gefangenes Auge“ mit diesem Themenkomplex in kritischer Art und Weise auseinander. Er bedient sich dabei der Ästhetik und Technik der Reklameindustrie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, unter Verwendung mundgeblasener Gasröhren. Mittels dieses Mediums kommuniziert er seine Botschaft. Neben der Technik ist allerdings auch der Aufstellungsort bewusst gewählt. Am Schornstein der alten Brennerei im Ortsteil Pretschen in der Märkischen Heide in luftiger Höhe auf 27 Metern ragt die Arbeit in das weite Land hinein und fängt den Blick des Betrachters ein. Wie auch man im Alltag die verschiedenen Medien eher unbewusst und auf unterschiedliche Art –Fernsehwerbung stärker und Printmedien weniger stark– wahrnimmt, wobei hierbei auch die Zeit keine unbedeutende Rolle spielt, zieht Komoróczky die Blicke der Betrachter dadurch auf sich, dass der Schriftzug lediglich in den Abendstunden an Leuchtkraft zu- und in den Morgenstunden wieder abnimmt. Die Erkenntnis über die manipulierende Kraft der Medien, können die Menschen im weiten Land demnach lediglich dadurch erlangen, wenn Sie sich aus ihren Fernsehsesseln erheben.

application/pdf Vita: CV_KomoroczkyTamas.pdf (155,9 kB)