Udo Wid

Udo Wid

Realisiert in seiner Werkreihe „Synergie der Disziplinen“  Projekte, die Wissenschaft, Kunst, Philosophie und Alltag verbinden. Aus der Biophysik-Forschung kommend errichtet er Messstationen für seinen Arbeitsschwerpunkt Extreme Low Frequencies: Elektromagnetische Wellen, die an Wetterfronten entstehen und die man für Wetterfühligkeit verantwortlich macht. Diese Observatorien sind „Elfenbeinerne Türme“, deren es heute dringend bedarf, um ruhig arbeiten und nachdenken zu können. 2009: Würdigungspreis für Interdisziplinarität Österreich, Bundesministerium für Wissenschaft, Kunst und Kultur.

Standorte: Haintor Lübben (Nr. 10 im Kunstkompass)

 

Im Lübbener Hain, dem heiligen Ort der alten Sorben, wurde wahrscheinlich neben derLiebesgöttin Liuba auch der Blitz- und Fruchtbarkeits-Gott Perun (vergleichbar mit Zeus) verehrt. Perun waren die Eichen zugeeignet, die hier auch jetzt noch zahlreich wachsen. Doch heute zürnt Perun zunehmend über die durch gedankenlose Profitgier verursachte Erderwärmung und lässt es daher öfter blitzen. Blitze aber erzeugen eine starke, niederfrequente Radiostrahlung, von der man annimmt, dass sie physiologische Wirkungen hat (Wetterfühligkeit, Baumringe). Um das nachzuweisen, werden diese Wellen von einer ‚Perun-Kopf-Antenne‘  am Dach der Mess-Station (Perun-Denkmal) beim Eingang des Hains empfangen, registriert und mit dem Saftfluss der umliegenden Bäume verglichen.

Udo Wid kommt aus der Biophysik-Forschung, lebt in Wien und verbindet in seiner Arbeit die gegensätzlichen Sichtweisen von Wissenschaft, Kunst, Philosophie und Alltagspraxis. Er wird hier experimentieren, „stille Entladungen“ messen und Peruns Kultstätte betreuen.